Der Betriebsdienst

Der
Funkbetriebsdienst

NVA 022
DV

In dieser DV wurde geregelt wie es in Funknetzen oder Funkrichtungen ablaufen soll und muß. Ähnlich wie bei den Amateurfunkern auch da gab es allgemeine Verfahrensweisen nur nicht im militärischem Sinne. Die Dienstvorschrift DV 040/0/004 Funkbetriebsdienst ist nebenstehend abgebildet. Darin war beschrieben wie man verfahren mußte um zum Beispiel einen Funkspruch zu senden und zu empfangen, den Frequenzwechsel durchführen mußte oder Signale zu senden und empfangen. Zur Abwicklung der ganzen Sache wurden Q - Gruppen und Betriebszeichen verwendet. Ein kleines Büchlein mit Q - Gruppen und Verkehrsabkürzungen hatte man immer bei sich und konnte bei Bedarf darin schnell mal nachschauen, es war für den Einsatz in den bewaffneten Organen der DDR vom Militärverlag heraus gegeben wurden.

Die Erstellung der täglichen Funkunterlagen war auch die Aufgabe der Sendefunker. Das machten dann die Funker der Freibesatzung für den folgenden Tag. Alle sechs Stunden stand ein Frequenzwechsel an, in diesem Zusammenhang wurden auch die Rufzeichen gegen die aktuellen ausgetauscht, auch bei den Unterfunkstellen. Im Vorfeld wurde vom Leiter Funk die neue Frequenz auf Störeinflüsse abgehört, danach erfolgte der Wechsel. Gab es zwischenzeitlich Verbindungsprobleme wurde ein zusätzlicher Frequenzwechsel durchgeführt. All die dazu notwendigen Angaben standen in den Funkunterlagen. Ein wichtiges Hilfsmittel war die Tabelle Diensthabender Funker ( TDR ) ohne das Teil ging es nicht. Ein weiterer Punkt war die Führung des Betriebsbuches für das jeweilige Funknetz.

Darin wurden alle Aktivitäten mit Datum, Uhrzeit, dem Ereignis und die Schichtwechsel vermerkt. Manchmal ganz schön schwierig es aktuell zu halten wenn es viel zu tun gab.

War man Hauptfunkstelle wie im FN 421, dann hatte man 10 Unterfunkstellen die es zu koordinieren galt. Dabei galt es auf Funkdisziplin und Einhaltung der DV zu achten. Tat man das nicht hatte man mit der Zentrale Funküberwachung zu rechnen, das bedeutete ein qcz oder schlimmer. Aber das hatte man in kurzer Zeit im Griff, man mußte eben aufpassen. Das größere Problem war nach einem Frequenzwechsel die 10 beteiligten Truppenteile in die entsprechende Bandbreite zu trimmen. Da die Unterfunkstellen meist mit mobiler Technik arbeiteten kam es nach dem Frequenzwechsel meist zu unerwünschten Frequenzabweichungen wenn die Quarze sich erwärmten.

Die Zentrale Funküberwachung ( ZFÜ ) war im Nachrichtenbetriebsgebäude im DG in der Stabszone des Kdo LSK/LV untergebracht. Aufgabe der ZFÜ war die Überwachung der Funknetze und Funkrichtungen der LSK/LV auf Einhaltung der Funkdisziplin bzw. Feststellung von Funkverstößen der diensthabenden Funker.
Auch die Prüfung von festgestellten Funkstörungen der Frequenzen auf den betriebenen Funkstrecken gehörte zur Aufgabe.
Zu überwachende Funkverbindungen wurden für spätere Auswertungen auch per Tonband aufgezeichnet.
Geführt wurde die Funküberwachung vom Leiter der Funküberwachung. Die ZFÜ war kein Bestandteil der DHS Funkzentrale. Im DHS unterstand die ZFÜ dem DNF und dem DNZ des NBA.

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